18. Sucht bekämpfen, Prävention und Hilfsangebote ausbauen! Kinder und Jugendliche haben nach Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits in sehr jungen Jahren Kontakt zu legalen und illegalen Drogen. Für viele sind der gelegentliche oder auch regelmäßige Konsum von Nikotin, Alkohol und Medikamenten ebenso selbstverständlich wie der von Cannabis oder Ecstasy. Und auch jenseits von Drogen sind Kinder und Jugendliche durch Suchtprobleme in ihrer persönlichen und gesundheitlichen Entwicklung gefährdet. So gehören bei vielen beispielsweise Magersucht oder Spielsucht inzwischen zum Alltag.
Grundsätzlich sind die Erziehung zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit sowie ein gut ausgebildetes Selbstwertgefühl die besten Voraussetzungen, damit Kinder und Jugendliche ein suchtfreies Leben führen können. Zudem sind die Prävention durch Gesundheitsförderung und die Stärkung der Handlungskompetenz wichtige Faktoren. Bewegung und richtige Ernährung sind ein wesentlicher Bestandteil einer suchtpräventiven Erziehung.
Verbote allein sind nicht hilfreich. Viel wichtiger ist es, durch gelebte Vorbilder den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass Sucht kein Ausweg ist, sondern in die Sackgasse führt. Ihnen muss durch Lob und Anerkennung ebenso wie durch
das Aufzeigen von Grenzen und Leistungsansprüchen das Heranwachsen
zu starken Persönlichkeiten ermöglicht werden. Kindern und Jugendlichen,
die süchtig sind, muss medizinisch und therapeutisch geholfen werden. Da
die meisten süchtigen Kinder und Jugendliche nicht in medizinischer Behandlung sind und auch ansonsten keine Hilfe in Anspruch nehmen, müssen
sie besser über das Risiko ihres Drogenkonsums aufgeklärt und über
bestehende Hilfsangebote informiert werden.
Kinder und Jugendliche sind aber nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar vom Thema Sucht betroffen. Nach den statistischen Erhebungen der
Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren lebt in jedem dritten Haushalt in Deutschland ein Suchtkranker. Insgesamt sind Kinder aus suchtbelasteten Familien vielfachen Belastungen und Überforderungen ausgesetzt,
sind dadurch selbst anfälliger für Süchte und leiden häufig an psychosomatischen Störungen. Präventive Maßnahmen müssen bei Kindern und Jugendlichen ressourcenorientiert und an der Vermittlung von Kompetenzen
orientiert sein.