20 Forderungen für Kinder in Deutschland

13. Schulische Bildung von Kindern und Jugendlichen verbessern
Bildungspolitik muss in Deutschland endlich als gesamtstaatliche Aufgabe begriffen und bearbeitet werden. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die Bildungspotenziale unserer Kinder voll und ganz ausgeschöpft werden. Es muss
sichergestellt werden, dass endlich Chancengerechtigkeit für alle Kinder hergestellt wird. Denn mehr Chancengerechtigkeit, besonders auch für die Kinder aus sozial benachteiligten Familien, ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland.

Außerdem müssen die Bildungsausgaben deutlich erhöht werden. Bisher liegt Deutschland im Vergleich der OECD-Staaten bei den Bildungsausgaben mit einem Anteil von 5,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt deutlich unter dem Schnitt von
6,2 Prozent. Neben einer stärkeren Durchlässigkeit des Bildungssystems müssen auch die pädagogischen Ausbildungs-gänge und das Weiterbildungssystem in Deutschland optimiert werden. Für Zuständigkeitsstreitigkeiten zwischen dem Bund und den Ländern ist keine Zeit mehr.

Es sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Teufelskreis der Vererbung von Bildungsarmut von einer Generation auf die andere zu durchbrechen. Hierzu ist insbesondere eine Neuorganisation der Schulanfangsphase und der Sekundarstufe I als Ganztagsschule mit einem erweiterten offenen Curriculum notwendig. Dabei müssen neben der Wissensvermittlung alltagsweltliche Elemente ebenso verankert werden wie Aspekte praktischer Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung. Ein gesamtstaatliches Bildungskonzept muss ferner die Grundsätze des „Länger gemeinsam lernen“ für alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Pflichtschulzeit und der „Inklusiven Bildung“ zur Integration von behinderten Kindern in die zuständigen allgemeinen Schulen berücksichtigen.

Es ist notwendig, den Aufbau und den Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland zu forcieren. Eine Ganztagsschule, die heterogen zusammengesetzte Klassen nicht als Mangel, sondern als Chance begreift, die eine aktive Öffnung in die Kommune betreibt und die ein Unterstützungssystem für die Schüler/innen mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Erzieherinnen und Erziehern anbietet, ist der Schritt in die richtige Richtung, um zu einer qualitativen Verbesserung von Schule zu kommen. Dabei müssen die Schüler/innen bei der notwendigen Umgestaltung des deutschen Bildungs-systems ebenso wie bei der Gestaltung der Schule selbst beteiligt werden.
Eine aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auch bei der Entwicklung von Lehrplänen und Methoden in der Schule ist sinnvoll und notwendig. Hier darf sich die Partizipation nicht auf die Schulhof- und Schulumfeldgestaltung beschränken.


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