8. Medienkompetenzen fördern Kinder nutzen Medien eigenständig nach ihren jeweiligen Interessen und Bedürfnissen. Individuell gestalten sie ihr Leben und ihren Alltag und bauen sich durch
ihre Aktivitäten und Handlungen eine eigene Lebenswelt auf. Kindheit als eigenständige Lebensphase anzusehen, bedeutet auch bei Internetangeboten den kindlichen Bedürfnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten gerecht zu werden.
Da Kindern vielfach noch eine ausgeprägte kritische Urteilsfähigkeit und die Fähigkeit zur Orientierung innerhalb der Informationsgesellschaft fehlen, müssen sie
beim Umgang mit dem Netz unterstützt, beraten und begleitet werden. Gerade das Internet birgt kinder- und jugendgefährdende Inhalte, vor denen es Kinder und auch
Jugendliche zu schützen gilt. Ziel muss es sein, Kindern schon frühzeitig einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu ermöglichen. Hierfür reicht es nicht aus, ihnen
kindgerechte Webseiten und die technische Handhabung des Internets nahe zu
bringen. Bezüglich der Inhalte des Internets ist vor allem eine kritische Analyse der
medienvermittelten Inhalte notwendig. Dies beinhaltet auch, Quellenangaben und
-rechte, Aktualität und Stellenwert sowie die Richtigkeit der Inhalte zu überprüfen.
Neben medienkompetenter Nutzung ist es gleichzeitig von Bedeutung, Kindern
eine chancengleiche Nutzung des Internets zu ermöglichen. Denn hinsichtlich der
individuellen Nutzungsweisen und Aneignungsstrukturen bei Kindern und Jugendlichen bestehen Differenzen, die auf sozialen Unterschieden hinsichtlich sozialer
Herkunft, Bildungsmilieu und anderen Ressourcen beruhen. Medienpädagogische
Bemühungen, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu fördern, können
Ungleichheiten kompensieren. Gerade weil sie umgeben von digitalen Medien
aufwachsen, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen einen selbstgesteuerten
und bildungsfördernden Umgang mit diesen zu ermöglichen. Damit ein chancengerechter Zugang zu neuer Technologie gesichert ist und keine digitale Kluft zwischen Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Milieus entsteht,
sind gerade Bildungsinstitutionen
gefordert, Kindern Zugang zu und
Nutzungsmöglichkeiten von neuen
Medien zu schaffen. Soziale
Differenzen müssen in den
Blick genommen werden und
im Sinne einer differenzüberwindenden Förderung sowohl Benachteiligten neue Chancen
eröffnen, als auch eine gesellschaftliche Spaltung in diesem
Bereich überwinden.