20 Forderungen für Kinder in Deutschland

7. Gesunde Ernährung von Kindern fördern
Eine gesunde Ernährung ist eine der wesentlichen Grundlagen für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist das Ernährungsverhalten ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Dieser wird wesentlich in den ersten zehn Lebensjahren erlernt und gebildet. Die hier erworbenen Ernährungsmuster behalten Kinder und Jugendliche oft ein Leben lang. Deshalb sind Ernährungs- und Gesundheitsbildung von frühester Kindheit an eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Entwicklung unserer Kinder.

Um den Problemen von einseitiger, kalorien- und fettreicher Ernährung mit einem sehr großen Anteil an Fast-Food-Produkten und vor allem der nachlassenden Ernährungserziehung durch das Elternhaus gerecht zu werden, kommt der Gesundheitserziehung in Kindertagesstätten und in der Schule eine besondere Rolle zu. Die Kinder und Jugendlichen müssen zu einer kritischen Reflexion des eigenen Ernährungsverhaltens befähigt werden. Es muss jedoch auch deutlich werden, dass gesunde Ernährung Spaß machen kann und dabei körperlich und geistig fit hält. Hier sind Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrkräfte gefordert, mit innovativen Konzepten und spielerischen Ansätzen Anregungen zu schaffen und die Eigeninitiative der Kinder und Jugendlichen beim Thema „Gesunde Ernährung“ zu fördern.

Wichtig ist dabei, die Kinder und Jugendlichen frühzeitig an der Konzeptionierung zu beteiligen, die Möglichkeit des Ausprobierens und Experimentierens zu geben und die Nachhaltigkeit zu sichern. Dabei ist es zudem wichtig, auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Konzepte zur Förderung einer gesunden Ernährungsweise sollten sich an der Komplexität des Ernährungsvorgangs orientieren, Qualität und Quantität von Lebensmitteln ebenso berücksichtigen wie individuelle, körperliche Konstitution und psychische Belastungen.

Dabei geht es bei der Förderung einer gesunden Ernährungsweise um das Einüben von Kompetenzen, die die psychische, physische und soziale Gesundheit fördern und erhalten. Kindertagesstätten und Schulen müssen deshalb dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche Kenntnisse über die Bedeutung und Zusammensetzung von Lebensmitteln und Ernährung erwerben und dieses Wissen auch im familiären Alltag aktiv umsetzen können.

Auch die Politik muss sich zu ihrer Verantwortung in diesem Bereich bekennen. Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen muss ein kostenfreies, gesundes Kindertagesstätten- und Schulessen ermöglicht werden. Außerdem müssen mehr als bisher Kampagnen zur gesunden Ernährung von Kindern und Jugendlichen auf den Weg gebracht werden.


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